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By Holger Brandes

Der männliche Habitus als in den Körper eingeschriebene soziale Praxis ist der Schlüssel zum Verständnis männlicher Identität und Verhaltensweisen. Als Beitrag zur Männerforschung und Männerpolitik untersucht das Buch Männlichkeiten abhängig von Kultur, Milieu und iteration. Dieser zweite Band ergänzt Band I, der sich Männergruppen und männlicher Identität widmet, um die Themenfelder Männerforschung und Männerpolitik. Ausgehend vom Habituskonzept Pierre Bourdieus und neueren Diskussionen in der Männerforschung begründet der Autor eine theoretische Sicht von Männlichkeit als Produkt sozialer Praxis. Dabei eröffnet die Kategorie des "männlichen Habitus" eine Perspektive, die Körperlichkeit und Gesellschaftlichkeit sowie Individualität und Kollektivität verbindet. Kultur-, milieu- und generationsspezifische Formungen von Männlichkeit werden ausgeleuchtet und in den Kontext der Frage nach den Möglichkeiten der Veränderung männlichen Verhaltens gestellt. Damit eröffnet sich eine neue Sicht auf Männerpolitik als Teil von Gender-Mainstreaming und Geschlechterdemokratie.

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Die Dramatik dieser Krise kommt deshalb in erster Linie in einem tiefen Schweigen zum Ausdruck und darin, dass das Thema "Männlichkeit" völlig aus öffentlichen Diskussionen verschwindet. Symptomatisch hierfür ist, dass in den fünfziger Jahren des Wiederaufbaus "der Mann" wieder völlig in den Neuauflagen der Nachschlagewerke verschwindet: Das Stichwort "Mann" bleibt den Brüdern Heinrich und Thomas Mann vorbehalten. Erst in den siebziger Jahren taucht in den Lexika der Mann als der "erwachsene Mensch männlichen Geschlechts" wieder aus der Versenkung auf.

Aus Sicht eines solchermaßen dynamischen Verständnisses von Geschlechtsidentität ist die subjektive Welt der Phantasien und Wünsche, Ängste und Abwehrmechanismen, Symbole und Bilder nicht eine Welt neben der der intersubjektiven Verhältnisse, der Kommunikation und Interaktion, sondern unmittelbar Teil und Ausdruck dieser scheinbar "äußeren" Relationen. Das Haupthindemis, um dyn interpsychischen Charakter der intrapsychischen Prozesse zu begreifen, liegt darin, dass wir gewohnt sind und für die Psychoanalyse gilt dies ganz besonders -, die Körperlichkeit als Basis der Individualität des Einzelnen in erster Linie biologisch zu verstehen und nicht in ihrer Gesellschaftlichkeit wahrzunehmen.

Zur Begründung zumeist intuitiv hergestellter Zusammenhänge zwischen Geschlecht und Verhalten wird dabei in letzter Instanz immer auf die biologische Differenz zurückgegriffen, weil diese als Grundlage von Geschlecht und sicherster Garant für Unveränderlichkeit gilt. ) begründe, während Männer quasi notgedrungen oder auch aufgrund ihrer anderen Körperkonstitution andere Eigenschaften entwickelt hätten. Wie aktuell und verbreitet dieses Denken ist, zeigt das derzeit Bestsellerlisten anführende Buch von ABan und Barbara Pease (2000), "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken", in dem ein ganzes Sammelsurium solcher Alltagsvorurteile über angebliche "Eigenschaften" von Männern und Frauen zusammengestellt und mit Versatzstücken aus unterschiedlichen Forschungsbereichen kombiniert wird.

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